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Kunstenorte

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Ausgangspunkt dieser 20 km langen Reiseroute ist Grottammare; von dort aus führt der Weg über Marano, die höher gelegene Altstadt von Cupra Marittima, bis nach Torre di Palme.
Die Ortschaften zeichnen sich alle dadurch aus, dass sie terrassenförmig in den zum Meer hin abfallenden Felsen gebaut sind – jede für sich eine kleine Panoramaterrasse mit Blick auf die Adriaküste.
Heute noch ist spürbar, dass sie ursprünglich als Aussichts- und Verteidigungsposten dienten.
Jede ist von einer Stadtmauer umgeben, und das Labyrinth ihrer kleinen Gässchen gibt immer wieder unvermittelt den Blick auf das atemberaubende Panorama der Adria frei, die der Musiker Gabriel Faurè als Weite aus Lapislazuli beschreibt.
Wenn man sich an den Stränden der Adria entspannt oder an der Küste des Piceno spazieren geht, ist es schwer vorstellbar, dass die idyllisch gelegenen historischen Siedlungen auf eine Geschichte voller Kriege und Leid zurückblicken.
Tatsächlich wurde die Adriaküste aber seit dem 8. Jahrhundert von der Geißel der Piraterie heimgesucht.
Die Küstenorte boten den Sarazenen und den Piraten von der dalmatinischen Küste ideale Angriffspunkte, von denen aus sie ins Hinterland einfallen konnten.
Die Funktion, die in zahlreichen anderen Orten der Adriaküste Aussichtstürme übernahmen, wurde hier von der Ortschaft selbst ausgeübt, die sich in strategisch günstiger Position hoch über dem Meer befand.
Als ideale Wachtposten schlugen die Siedlungen mit Glockengeläut und dem Entzünden von Feuern auf den Türmen Alarm, um die Einwohner zu warnen, die sich so vor der drohenden Gefahr der Pirateneinfälle in Sicherheit bringen konnten.
Dann ertönte von den Dorfstraßen vielstimmig ein Schrei, der noch heute sprichwörtliche Bedeutung hat: mamma li turchi! (Mama, die Türken kommen!).


cupra
Grottammare ist ein bekannter Touristenort mit einer üppigen Vegetation aus Palmen und Oleander, Orangenhainen und Pinienwäldern: Die herrliche Landschaft verbindet sich mit der starken geschichtlichen Prägung des Ortes, und so sind denn auch angesichts des milden Klimas auf dem Stadtwappen zwei Orangenbäume abgebildet.
Die Siedlung gliedert sich in zwei Ortskerne, die auf dem Hügel gelegene historische Altstadt und den modernen Teil mit seinen schmucken Jugendstilgebäuden der letzten Jahrhundertwende, der sich entlang der Küste erstreckt.
Im 17. Jahrhundert nimmt der Tourismus in Grottammare seinen Anfang und wird in den darauf folgenden Jahrhunderten immer weiter ausgebaut, bis der Ort im 19. Jahrhundert zum Kurort für Erkrankungen der Haut und der Atemwege wird.
Das von den Picenern gegründete Grottammare findet bereits in Schriftstücken des 10. bis 11. Jahrhunderts Erwähnung.
Zu dieser Zeit wurde die Festung errichtet, deren Überreste über der Ortschaft emporragen.
Sie diente der Verteidigung des Hafens, den König Manfredi im Jahr 1259 zusammen mit der Burg der Stadt Fermo vermacht hatte.
Die Geschichte des Ortes ähnelt der vieler anderer Siedlungen entlang der Küste des Piceno, die ständig in Kriege mit angrenzenden Städten verwickelt waren und von Piratenüberfällen gebeutelt wurden.
Im restaurierten, in den Festungswall gebauten Gefechtsturm ist das örtliche Museum ansässig, das dem einheimischen Künstler Pericle Fazzini gewidmet ist, dem “Bildhauer des Windes”, wie der Dichter Giuseppe Ungaretti ihn nannte.
Im Jahr 1868 weilte der weltberühmte Pianist Liszt lange Zeit in Grottamare.
Überwältigt von der Schönheit des Ortes schrieb er: Das azurblaue Meer, die lieblichen grünen Hügel, das milde Klima, der Duft der Blumen und der Orangenbäume bilden ein poetisches Gedicht, das der himmlischen Harmonie der Töne gleicht.
Hier machten der Held der Zwei Welten, Giuseppe Garibaldi, und der zukünftige König Italiens, Vittorio Emanuele II., Station.
Letzterer empfing hier am 12. Oktober 1860 in der Villa dei Marchesi Laureati eine Delegation aus dem Königreich Neapel, die ihm das damalige Königreich Neapel und die Krone Italiens übergab.
In der an den Hängen der Siedlung gelegenen Villa Azzolino, die nach einem Entwurf Berninis errichtet wurde, residierte 1665 Königin Christine von Schweden.
Nicht weit davon befindet sich die Kirche Sant’Agostino mit ihrer befestigten Apsis und ihrem abgebrochenen Kirchturm.
Nach der Gegenreformation war dies ein übliches Vorgehen für Kirchen, die Martin Luther aufgenommen hatten, den Augustinermönch und Initiator der Reformationsbewegung von 1517, der als Gast im angrenzenden Kloster gewohnt hatte.

Die historische Altstadt bietet herrliche Aussichtsterrassen mit Blick auf die “Marina”.
Ganz in der Nähe liegt die Kirche San Giovanni Battista, die das Sixtinische Museum beherbergt, sowie die Stiftskirche Santa Lucia, die die Schwester des Papstes 1590 am Ort ihres Geburtshauses errichten ließ.
Das Innere der Kirche birgt eine Orgel des berühmten Orgelbauers Fedeli aus dem Jahr 1751.
Immer wenn der 1. Juli auf einen Sonntag fällt, wird in Grottammare das Volksfest Sacra Giubilare gefeiert, um an die Notwasserung des päpstlichen Schiffes im (heute nicht mehr vorhandenen) Hafen zu erinnern.
Papst Alexander III.
war gerade auf dem Weg nach Venedig, um den Widerstand gegen Friedrich Barbarossa zu formieren, der die Halbinsel besetzen wollte, als sein Schiff in einen heftigen Sturm geriet und die Küste ansteuern musste.
Die Kamaldulensermönche der Abtei San Martino luden den Papst ein, doch noch bis zum 1.
Juli zu bleiben, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen, die die Einheimischen nach überlieferter Tradition ausrichteten.
Erstaunt und gerührt über die außerordentlich lebhafte Teilnahme des Volkes nahm Papst Alexander seine Kopfbedeckung, den Camauro, ab, füllte ihn mit Sand und verkündete: Jedem Pilger seien so viele Sünden erlassen, wie Sandkörner in diesem Camauro sind.
Seit diesem Tag strömen die Pilger zur Abtei San Martino vor den Toren der Siedlung, an der Straße nach Offida, um den Plenarablass zu erhalten.

Cupra Marittima ist ein modern ausgestatteter Touristenort und ein wichtiges Handelszentrum.
Besucher erwartet hier eine einzigartige Mischung verschiedener Baustile, die die Ortschaft ihrer außergewöhnlichen Geschichte verdankt.
Hier findet man gleichermaßen Zeugnisse der Vorgeschichte und der Römischen Antike – einer Epoche, in der Cupra Marittima ein bedeutendes Zentrum von religiöser und weltlicher Bedeutung war -, aus dem Mittelalter und aus jüngerer Zeit.
Dabei stehen die archäologischen Funde nicht wahllos nebeneinander, sondern sind jeweils in ihren spezifischen historischen Kontext eingebunden.
Der Ortsname geht auf Cupra zurück, eine Göttin des Olymps der Picener, den diese aus der römischen Religion übernommen haben.
Als das Christentum hier Einzug hielt, ging man wie im gesamten Adriaraum zur Verehrung von San Basso über, einem Bischof aus Nizza, dem auch eine hübsche Kirche gewidmet ist.Die noch heute sichtbaren Zeugnisse aus der Römerzeit bestehen aus den Überresten der Stadtmauern, den Ruinen des Forums mit seinen zwei Bögen und dem römischen Sockel im Viertel La Civita, unweit des modernen Ortskerns, einem Mausoleum, den Zisternen und dem freskengeschmückten Nymphäum, das zu einer maritimen Villa gehört.
Von Marano aus, einem bezaubernden, steil über dem Meer gelegenen Ort, hat man einen herrlichen Ausblick auf die See und das dahinter liegende Menocchia-Tal.
Die Ortschaft bildet den mittelalterlichen Teil Cupra Marittimas, der auf zwei Hügeln über der Küste erbaut wurde.
In Maranos beiden Festungen, Sant’Andrea und Boccabianca, suchte die Bevölkerung Zuflucht vor den Byzantinern und Langobarden, den Franken und Mauren, die das historische Zentrum von Cupra besetzten.
Im 8. Jahrhundert machten die Mauren die Stadt dem Erdboden gleich, und auf ihren Ruinen wurde die Festung errichtet.
In Marano, im so genannten Palazzo del Vassello, residierte der päpstliche Gesandte Francesco Sforza, der spätere Fürst von Mailand, mit seiner Ehefrau Bianca Visconti.
Die prunkvollen Bälle, die die Sforza hier ausrichteten, sind legendär.
Die Einwohner Cupras haben eine besondere emotionale Beziehung zu Marano.
So erinnert sich der Dichter Oreste Ciucci: Zur Burg von Marano zurückzukehren ist für alle wie eine langsame Reise zu den Ursprüngen unseres Seins, gleich einer verirrten Schwalbe; in großen Schlucken das reinste Wasser eines Lebens in Schlichtheit und Demut zu trinken, stets eingedenk der glückseligen Kindheit, die nie mehr zurückkehrt.


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Torre di Palme ist ein mittelalterliches Städtchen aus dem 12. bis 13. Jahrhundert, das auf einem Küstenvorsprung steil über dem Meer errichtet wurde.
Es gehört zu den schönsten historischen Ortschaften der Marken, ein wahres Kleinod mit überraschend gut erhaltener Bausubstanz und großer Homogenität der Baustile.
Einst war der Ort der Vorposten der antiken Stadt Palma, die im 6. Jahrhundert vor Christus von den Picenern gegründet worden war.
Der griechische Geschichtsschreiber und Geograph Strabon beschreibt ihn als strategisch günstigen Schiffslandeplatz, der in der Gegend des Cugnòlo-Grabens gelegen war.
Plinius der Ältere erwähnt in seiner Naturalis Historia den Wein aus dem Ager Palmensis, heute etwa die Gegend um Torre di Palme und Marina Palmense, der im ganzen Römischen Reich für seine ausgezeichnete Qualität bekannt war.
Dieses Gebiet, das heute für seinen Obst- und Gemüseanbau berühmt ist, war also im Altertum eine renommierte Weinbauregion.
Sogar sein Name geht auf eine Rebsorte zurück, die Palma genannt wurde. Die Nähe des Hafens veranlasste die Römer, hier die Kolonie Fermo zu gründen, um den Warenumschlag im Hafen kontrollieren zu können.
Während des ganzen Hochmittelalters behielt Fermo die Kontrolle über das gesamte Gebiet des Ager Palmensis.
Um den turris, den Aussichtsturm, herum siedelten sich die Eremitenmönche und die überlebenden Einwohner des antiken Palma an, das durch die häufigen Piratenüberfälle halb zerstört war.
Dies war der Ursprung von Turris Palmae (“Turm der Stadt Palma”), das spätere Torre di Palme.
Nur einen Steinwurf von der Ortschaft entfernt, in dem Waldstück Bosco del Cugnolo, liegt dieGrotta degli Amanti, die Schauplatz eines ebenso dramatischen wie poetischen Geschehens war.
Die Geschichte spielt während des Ersten Weltkriegs, und ihre Helden sind ein junger Mann namens Antonio und seine Verlobte Laurina.
Antonio, der einen kurzen Heimaturlaub in seinem Dorf verbrachte, fasste, als der Zeitpunkt gekommen war, wieder an die Front zurückzukehren, den Entschluss, zu desertieren und mit seiner Liebsten zu fliehen.
Die beiden Liebenden suchten Zuflucht in der kleinen Grotte im Wald, genossen dort ihre Zweisamkeit und lebten von Brot und Sardinen, die die Fischer der Gegend für sie fingen.
Nach acht Tagen schlug dem Pärchen das Gewissen, und da sie von den Carabinieri verfolgt wurden, wollten sie lieber sterben als sich zu trennen.
Festgebunden mit Laurinas Schultertuch stürzten sie sich gemeinsam in den tiefen Abgrund des Fosso di San Filippo.
Das Mädchen starb auf der Stelle, während Antonio sich schwere Verletzungen an der Wirbelsäule zuzog, an denen er wenige Tage später ebenfalls starb.
Wenn man auf der Hauptstraße weitergeht, trifft man auf die Kirche San Giovanni, die im Jahr 1000 erbaut wurde.
Sie verfügt über eine Fassade aus Gewölbesteinen, während ihr Inneres im gotischen Stil gehalten ist.
Ferner von Interesse sind der Palazzo dei Priori und die in romanischem Stil gestaltete Pfarrkirche Sant’Agostino mit ihren gotischen Portalen, in deren Innenräumen man einen Flügelaltar von Vittore Crivelli, dem Bruder des bekannteren Carlo Crivelli, bewundern kann.
Am Ende des Weges befinden sich die romanische Kirche Santa Maria a Mare und das aus dem 12. Jahrhundert stammende Oratorio di San Rocco.
Sie gehen auf die Piazza Belvedere hinaus, von wo aus man einen herrlichen Panoramablick auf das Meer und die Ortschaften an der Küste hat.