INTERNAZIONALIZZAZIONE - CAMERA DI COMMERCIO DI ASCOLI PICENO

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Ascoli und Fermo

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Auf einem Hochplateau, am Zusammenfluss der Flussläufe Tronto und Castellano, liegt die bemerkenswerte Stadt Ascoli Piceno.
Jean-Paul Sartre, der Begründer des Existentialismus, schrieb über diese Stadt: Ein Spaziergang durch die Straßen der historischen Altstadt von Ascoli Piceno ist, als ob man aufs Geratewohl einen kunstgeschichtlichen Band durchblättert und das Glück hat, stets auf die charakteristischsten und ausdrucksvollsten Illustrationen der verschiedenen italienischen Kunstepochen zu stoßen.
Das unweit der Adria gelegene Ascoli Piceno ist auf drei Seiten von Bergen umgeben: dem Monte dell’Ascensione, dem Colle San Marco und der Montagna dei Fiori.
Die Salzstraße, die die Apenninenkette überquert, verbindet die Stadt mit Rom.
Sie führt über das Gebiet zweier Nationalparks, dem Nationalpark der Sibillinischen Berge und dem der Monti della Laga.
Um die Entstehung von Ascoli ranken sich Legenden.
Der Sage nach war die erste Ansiedlung auf Betreiben von Aesis, dem König der Pelasger, entstanden.
Wahrscheinlich ist die Stadt von einer Gruppe von Sabinern gegründet worden, die nach altem italischen Brauch von einem Specht, dem heiligen Vogel des Gottes Mars, geleitet wurden.
Diese vermischten sich mit der einheimischen Bevölkerung, und es entstand das Volk der Picener, mit Ascoli als ihrem wichtigsten Zentrum.
Ihre Bedeutung verdankte die Stadt der Via Salaria, einer strategisch und militärisch bedeutenden Verkehrsader, die dem Handel mit Salz diente – damals ein sehr kostbares Gut, das zur Haltbarmachung von Lebensmitteln benötigt wurde.
Im 3. Jahrhundert v. Chr. war Ascoli eine römische Kolonie und ein wichtiges Handelszentrum.
Nach einer wechselvollen Geschichte, die sie dem unbeugsamen Charakter ihrer Bewohner verdankte, wurde sie endgültig vom Romanisierungsprozess erfasst: Sie wurde Hauptstadt der Quinta Regio des Augustus und anschließend im 3. Jahrhundert Hauptstadt desPicenum Suburbicarium.
Während der Kaiserzeit entstanden in der Stadt bedeutende Monumente, wie das römische Doppeltor Porta Gemina, das mächtige Eingangstor der Stadt an der Salzstraße, der Ponte Augusteo über den Fluss Tronto, eine der wenigen nach 2000 Jahren noch funktionsfähigen Brücken, das Theater und das Amphitheater.
Nach dem Niedergang des Römischen Reiches begann mit der Invasion der Langobarden die zwei Jahrhunderte währende Herrschaft des Herzogtums Spoleto.
Danach ging die Stadt in den Herrschaftsbereich der Franken über, die im Gefolge Karls des Großen nach Italien gekommen waren, bevor die Fürstbischöfe in der Stadt an Einfluss gewannen.
Seit 1183 freie Gemeinde, wurde sie von den kaiserlichen Truppen Friedrichs II. ausgeplündert und teilweise zerstört.
Im 14. Jahrhundert stand sie unter der Signoriavon Galeotto Malatesta, dem Herrn von Rimini, im 15. Jahrhundert dann unter der Signoria von Francesco Sforza.
1482 wurde die Gewaltherrschaft niedergeschlagen, doch Ascoli musste die Oberhoheit der Kirche anerkennen.
1860 wurde die Stadt dem Königreich Italien einverleibt, dessen wechselvolle Geschichte sie von da an teilt.
Im September 1943 leistete Ascoli Piceno als eine der ersten italienischen Städte Widerstand gegen die deutsche Besatzung.
Der Widerstand trug ihnen die Goldmedaille für militärische Tapferkeit im Partisanenkampf ein.
Ein Teil des Territoriums der Provinz wurde über mehr als ein Jahrhundert von der Nachbarstadt und Erzrivalin Fermo beansprucht, die seit der Einheit Italiens nicht mehr Provinzhauptstadt war.


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Charakteristisch für Ascoli Piceno ist, dass dort seit zweitausend Jahren ohne Unterbrechung der lokale Travertinstein als Baumaterial verwendet wurde.
Man begegnet ihm in den meisten Bauwerken der Stadt, von einfachen Wohnhäusern bis hin zu Herrschaftshäusern, von den Kirchen bis zu den gepflasterten Plätzen der Stadt.
Das harmonische, wie aus einem Guss wirkende Stadtbild der historischen Altstadt ist auf diese Besonderheit zurückzuführen.
Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass der Travertin im Laufe der Geschichte die verschiedenen Architekturstile geprägt und für den unverwechselbaren Charakter des Stadtbildes gesorgt hat.
Bereits im Mittelalter und in der Renaissance waren die Läden der magistri de preta, der Steinmetzmeister, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und eine künstlerische Attraktion der Stadt.

Auf einem Spaziergang durch das Gassengewirr und die Plätze Ascoli Picenos geben die unzähligen steinernen Zeugnisse der Geschichte einen Einblick in die bewegte Vergangenheit der Stadt.
In jedem Fall sollte man einen Besuch der Piazza del Popolo einplanen, der “guten Stube” der Stadt, die bereits Kulisse zahlreicher Filme war und als historischer Versammlungsort und Treffpunkt für Einheimische und Besucher bekannt ist.
Die Piazza, die auf drei Seiten von einem Laubengang mit 59 Bögen flankiert wird, gehört zu den schönsten Plätzen Italiens, und Besucher, die zum ersten Mal hier sind, werden von ihrer Schönheit überwältigt sein.
Der Platz diente ehemals als Forum der römischen Stadt und wird gesäumt von symbolträchtigen Bauten des öffentlichen Lebens (dem Palazzo dei Capitani del Popolo aus dem 16. Jahrhundert), des religiösen Lebens (der prächtigen Basilica San Francesco) und des weltlichen Lebens (dem historischen Caffè Meletti).
Ein weiterer architektonisch interessanter Komplex ist die Piazza Arringo, die umgeben ist von repräsentativen Palästen des öffentlichen Lebens, wie dem historischen Palazzo Comunale, und solchen des religiösen Lebens, wie der monumentalen Kathedrale Sant’Emidio, deren aus dem 16. Jahrhundert stammende Fassade von Cola dell’Amatrice entworfenen wurde.
Daneben kann man hier das achteckige Baptisterium von San Giovanni besichtigen.
Die Säle der reich ausgestatteten städtischen Gemäldegalerie, des Archäologischen Museums und des Diözesanmuseums gehen auf den Platz hinaus.
Im östlichen Teil der Stadt, hoch über dem Wildbach Castellano, erhebt sich die mittelalterliche Festung Forte Malatesta, Symbol der Tyrannenherrschaft Galeotto Malatestas.
Am Fuße der Festung liegt die Bogenbrücke Ponte Romano, im Volksmund Ponte di Cecco genannt.
Ihrem eigentlichen Ursprung zum Trotz hält sich hartnäckig die Legende, dass der Dichter Francesco Stabili, genannt Cecco d’Ascoli, die Brücke in einer einzigen Nacht erbaut habe und dass ihm der Teufel dabei geholfen habe.
Ein weiteres Denkmal aus der Römerzeit ist die Porta Gemina, das monumentale Stadttor für Reisende aus Rom, die auf der Salzstraße nach Ascoli gelangten.
Über tausend Jahre lang gewährte das römische Doppeltor Reisenden Einlass in die Stadt.
Zu den modernen Bauwerken von Ascoli Piceno zählt das neuklassizistische, dem berühmten Sohn der Stadt und Sieger über die Parther gewidmete Teatro Ventidio Basso, eines der fünfzehn historischen Theater der Provinz Ascoli Piceno und der insgesamt 63 Theater in den Marken.
Ascoli Piceno hat sich seine malerischen Winkel bewahrt, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint: ein Gewirr aus engen, gepflasterten Gassen, gesäumt von historischen Gebäuden.
Wer das Lebensgefühl der Zeit nachempfinden möchte, als die Stadt noch freie Gemeinde war, sollte diese Gassen erkunden oder die romantische Via delle Stelle entlang schlendern, einen stimmungsvollen Weg, der noch mit den Original-Pflastersteinen ausgestattet ist und beinahe durchgehend am äußeren Mauerring von Ascoli Piceno entlangführt.
Die Einheimischen nennen ihn Rrete li merghie, was im ausdrucksstarken lokalen Dialekt etwa Hinter den Zinnen bedeutet, in Anspielung auf den Zinnenkranz, der die Stadtmauern der mittelalterlichen Stadt schmückte.

Ebenso wie Ascoli Piceno bieten auch die Straßen, Plätze und Paläste von FermoGelegenheit zu einem Streifzug durch die bewegte Geschichte der Stadt.
Die direkt an der Adriaküste gelegene Stadt erhebt sich an den Hängen des Hügels Sabulo, überragt vom Girfalco und dem Dom Santa Maria Assunta.
Der Hügel ist bereits seit der Bronzezeit besiedelt, und in der Folgezeit erweiterte sich die Besiedelung mit dem Aufstieg der Kultur der Picener.
Bemerkenswert sind die so genannten megalithischen Mauern aus dem 9. Jahrhundert v. Chr.
Die eigentlichen Gründer der Stadt aber waren die Sabiner; im Jahr 264 v. Chr. wurde ihr dann von den Römern der Status einer Kolonie zuerkannt, da diese so das aufständische Asculum unter ihre Kontrolle bringen wollten.
Es ist gut möglich, dass die Rivalität zwischen Ascoli Piceno und Fermo zu dieser Zeit ihren Anfang nahm.
Die Stadt war Rom treu ergeben – nicht umsonst lautet die Inschrift ihres Stadtwappens Firmum firma Romanorum colonia.
Während des Zweiten Punischen Krieges kämpfte sie im Jahr 209 v. Chr. an der Seite Roms und erhielt das volle römische Bürgerrecht (Municipio optimo jure).
Zeugnisse dieser Epoche sind die römischen Zisternen oder piscine epuratorie(Reinigungsbäder), die Wasserspeichersysteme der Stadt, die heute noch zu besichtigen sind und zum Teil zum Archäologischen Museum gehören.
Im Mittelalter war Fermo die größte Stadt der Marken und Provinzhauptstadt der von den Franken gegründeten Marchia Firmana, die sich bis zum heutigen Vasto in den Abruzzen erstreckte.
Im 13. bis 14. Jahrhundert wurde auf dem Hügel Girfalco der hübsche Dom aus Istriastein erbaut, der Santa Maria Assunta gewidmet ist und dessen Fassade ein herrliches Portal mit eleganter Rosette schmückt.
Zur Zeit der Stauferherrschaft erhielt die Gemeinde die Oberhoheit über mehrere Burgen des Umlandes und erlebte einen beachtlichen demografischen und städtebaulichen Aufschwung.
Es folgte eine Phase der kräftigen Expansion, die vor allem auf die Handelsabkommen mit Venedig und Dalmatien zurückzuführen war.
Seit 1199 war Fermo freie Gemeinde und befand sich im 13. Jahrhundert im ständigen Konflikt mit ihrer Rivalin Ascoli.
Mit dem Erlass der Constitutiones Egidiane, des Gesetzbuches der Heiligen Römischen Kirche von 1357, wurde Fermo als civitas magnaanerkannt und erhielt sechzig Burgen zugewiesen.
Daraufhin wurden im Hafen und in der Stadt eindrucksvolle Befestigungsanlagen errichtet.
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Im 15. Jahrhundert, während der SignoriaFrancesco Sforzas, wurden in der Stadt große städtebauliche Anstrengungen unternommen.
Papst Sixtus V. errichtete im 16. Jahrhundert das Erzbistum Fermo und gab damit dem Ansehen und der Bedeutung der Stadt neuen Auftrieb.
Im 17. Jahrhundert konnte dank der großzügigen Schenkung des Kardinals Decio Azzolino die Bibliothek gegründet werden, die zu den bedeutendsten der Region zählt.
Im 18. und 19. Jahrhundert fanden in der Stadt umfangreiche Umbaumaßnahmen statt, durch die das Stadtbild rationaler gestaltet werden sollte.
In napoleonischer Zeit war sie Hauptstadt des Departments Tronto und ihr waren wichtige Zentren wie Ascoli Piceno und Camerino unterstellt.
Im Jahr 1861, mit der Gründung des Königreichs Italien, verlor Fermo seine Stellung als Provinzhauptstadt, die Ascoli Piceno zugewiesen wurde.

Wenn Ascoli Piceno als “steinerne Stadt” bezeichnet werden kann, so ist Fermo die “Stadt der Ziegel”.
Ihre Bauwerke wurden nämlich aus Ziegelsteinen errichtet, was typisch für die Ortschaften an der Adria ist.
Fermos historischer Ortskern besticht durch sein einheitliches Stadtbild: Die engen, steilen Gassen führen strahlenförmig von der zentral gelegenen Piazza aus hinunter zu den malerischen Kirchen und bis zum Fuße des Hügels, auf dem die Stadt erbaut wurde.
Von den Baumaßnahmen zur Stadtentwicklung waren lediglich die Ortsrandgebiete betroffen, sodass der einheitliche Charakter des Stadtbildes keinen Schaden genommen hat.

Das Herz der Stadt ist die am Fuße des Colle Sabulo gelegene Piazza del Popolo.
Bereits die Topographie deutet auf ihren mittelalterlichen Ursprung hin, obgleich sie ihr endgültiges Gesicht erst im 15. Jahrhundert, unter der Signoria von Francesco Sforza, erhalten hat.
An der Piazza del Popolo liegt der Palazzo dei Priori, der durch Laubengänge mit Rundbögen mit dem angrenzenden Palazzo del Vescovo verbunden ist.
Die zwei Freitreppen, die den Palast schmücken, führen zur Portalloggia, von der die Bronzestatue von Papst Sixtus V. grüßt.
Der Palazzo del Governatore e dei Delegati Pontifici, der Palast des Gouverneurs und der päpstlichen Gesandten, stammt aus der Zeit der Renaissance.
Das hübsche Portal des Palastes verbindet die Piazza mit einem der Stadtviertel.
Der so genannte Palazzo degli Studi, einst Sitz der Universität, ist erst vor kurzem restauriert worden und beherbergt heute die Bibliothek, die zu den zehn wichtigsten Bibliotheken Italiens zählt.
Das historische Teatro dell’Aquila ist mit seiner 350 qm großen Bühne eines der größten Theater der Marken und bekannt für seine einmalige Akustik.
Es wurde 1791 eingeweiht und nach Restaurierungsarbeiten erst kürzlich wieder eröffnet.
Der Korso der historischen Altstadt wird von einem Spalier von Adelspalästen gesäumt, die durch ihren einheitlichen Baustil bestechen.
Sehenswert sind auch die Kirche San Zenone aus dem 12. Jahrhundert mit ihrem prachtvollen Portal und das im gotischen Stil erbaute Oratorium Santa Monica e San Francesco.