INTERNAZIONALIZZAZIONE - CAMERA DI COMMERCIO DI ASCOLI PICENO

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Die Romerzeit

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Angesichts der Fülle an Zeugnissen aus der Zeit der Romanisierung wäre es anmaßend, einen vollständigen Überblick über die Sehenswürdigkeiten des Piceno geben zu wollen.
Für diesen archäologischen Streifzug wurden stellvertretend für alle vier besonders lohnende Sehenswürdigkeiten herausgegriffen; sie geben Denkanstöße zu unterschiedlichen Aspekten der Kolonisierung durch die Römer, die sich auch in kultureller Hinsicht auf die eroberten Gebiete auswirkte: das römische Theater von Ascoli Piceno, der Archäologische Park Falerio Picenus, der Archäologische Park von Cupra Marittima und das hellenistische Heiligtum Monte Rinaldo.

In der Eisenzeit, genauer gesagt seit dem 9. Jahrhundert v. Chr., beherrschte das Volk der Picener das Gebiet der Mittleren Adria und kontrollierte die großen Handelswege wie beispielsweise die Bernsteinstraße.
In der Literatur werden die Picener als tapfere Krieger beschrieben, und die Qualität ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse, zu denen etwa Getreide, Obst und Wein gehörten, wurde hoch geschätzt.
Ascoli kam dank der Handelstätigkeit entlang des Verkehrsweges, der später als Salzstraße bekannt werden sollte, in Kontakt mit der aufstrebenden Macht Rom.
Die Salzstraße verband die tyrrhenische Küste mit der Adriaküste und war für die Römer von großer strategischer und militärischer Bedeutung.
Im Jahr 299 v. Chr. schloss Rom ein Bündnis mit den Picenern gegen den gallischen Stamm der Senoner, der mit den Etruskern und Sanniten verbündet war und 295 v. Chr. in der blutigen “Schlacht der Nationen” in Sentinum(dem heutigen Sassoferrato) besiegt wurde.
Auf die folgenden Expansionsbestrebungen Roms reagierte Ascoli mit Rebellion, und trotz seiner Niederlage gelang es dem Ort, seine Unabhängigkeit als civitas foederata zu bewahren.
264 v. Chr. entstand in Firmum (Fermo) eine Kolonie nach römischem Recht, auch um das nahe gelegene Ascoli unter Kontrolle zu bringen.
Das Symbol für den “politischen” Niedergang des Piceno ist der Bau der Via Flaminia im Jahr 219 v. Chr.: Von diesem Zeitpunkt an sollte die Kultur der Picener unwiderruflich an die Geschicke Roms gebunden sein.
Die Romanisierung des Piceno fand zwischen dem 3. und dem 1. Jahrhundert v. Chr. statt.
Die römischen Siedlungen waren meist in den Tälern gelegen, an den beiden Haupthandelswegen, der Salzstraße und der Via Flaminia.
Anfang des Jahres 91 v. Chr. brach der Bundesgenossenkrieg aus, bei dem die italischen Völker (die Bundesgenossen odersocii) für die Erlangung des römischen Bürgerrechts stritten.
Ascoli gab den Anstoß zu der Revolte und wurde daraufhin von der römischen Armee belagert, bis es 89 v. Chr. schließlich kapitulierte.
In einige der Schleudergeschosse aus Blei, die man gefunden hat, ist erstmals der Name “Italia” eingegossen.
Nach dem Sieg der Römer im Jahr 89 v. Chr. und der Plünderung der Stadt wurde Ascoli in dieTribus Fabia eingegliedert und erlebte unter Kaiser Augustus eine neue Blütezeit, in der die Stadt um viele öffentliche und private Bauten bereichert wurde.
Sie wurde unter der Bezeichnung PicenumHauptstadt der Quinta Regio und dann im 3. Jahrhundert unter dem Namen Picenum Suburcarium autonome Provinz.

Das römische Theater von Ascoli Piceno
Die Hauptstadt des Volkes – caput gentis, wie die Römer es nannten – war Ascoli Piceno (Asculum).
In der Stadt findet man zahlreiche Zeugnisse römischer Kultur, die alle einen Besuch wert sind.
Hierzu gehören etwa das römische Doppeltor Porta Gemina, das Theater, die Überreste des Forums und der Salzstraße, die Grundbauten des capitolium, die Brücke der Porta Solestà, der so genannte Ponte di Cecco sowie die Brücken extra moenia, außerhalb der Stadtmauern, der heidnische Tempel, der heute San Gregorio Magno geweiht ist, und die Ruinen des Aquäduktes, um nur die wichtigsten zu nennen.
Besondere Erwähnung verdient das ausgesprochen reich ausgestattete Museo Archeologico Statale, in dem man unter anderem ein wunderschön gearbeitetes und gut erhaltenes Mosaik besichtigen kann.
Das römische Theater wurde während der Ausgrabungsarbeiten von 1932 bis 1959 entdeckt.
Die am Fuße des Hügels Colle dell’Annunziata (dem damaligen Colle Pelagico) gelegene Anlage mit ihren im Halbkreis angeordneten Stufen, die nach Norden ausgerichtet sind, um die Zuschauer am Tage vor direktem Sonnenlicht zu schützen, soll auf den Ruinen eines älteren Theaters erbaut worden sein.
Der ursprüngliche Bau soll auf das 1. Jahrhundert v. Chr. zurückgehen, während die Restaurierungen und Erweiterungen aus der ersten Hälfte des 1. und aus dem 2. Jahrhundert stammen sollen.
Die Konstruktion hat einen maximalen Durchmesser von 95 Metern und besteht aus folgenden Teilen: der orchestra, dem praecintiogenannten Gang und der cavea, die Platz für das Publikum bietet.
Letztere setzt sich aus 32 sichtbaren radialen Treppen zusammen, die in Form eines opus quasi reticulatum, aus einem Mauerwerk aus netzförmig angeordneten lokalen Travertinsteinen, angelegt sind.
Die an den Abhang gebauten Zuschauerränge werden durch Befestigungen gestützt, und ein breiter Drainagegang trennt sie vom Untergrund, damit das Wasser abfließen kann.
Der größte Teil der Bühne befindet sich unterhalb der Kirche Santa Croce.
Unweit des westlichen Eingangs liegt innerhalb eines rechteckigen Raumes mit Apsis aus mehrfarbigem Marmor eine halbkreisförmige Exedra aus dem 1. Jahrhundert, die aus netzförmigem Mauerwerk besteht.
Das Theater war Schauplatz der Ermordung des römischen Richters Servilius, dem Ereignis, das zum Ausbruch des Bundesgenossenkrieges führte.
Nach dem Einfall der Langobarden blieb das Theater Jahrhunderte lang ungenutzt und verfiel; es wurde als “Steinbruch” genutzt, um Baumaterial zu gewinnen, sowohl für den direkten Gebrauch als auch zur Kalkgewinnung in einem der Brennöfen, die in der Umgebung gefunden wurden.

Der Archäologische Park Falerio Picenus
Die römische Kolonie Falerio Picenus war in strategisch günstiger Lage an der Gabelung der Straße aus Fermo nach Ascoli und nach Urbs Salvia (dem heutigen Urbisaglia) gelegen.
Im Jahr 90 v. Chr. fand hier eine Schlacht statt, bei der das Heer der Picener die von Gnaeus Pompeius Magnus geführten Römer besiegte.
Die bedeutende Ausgrabungsstätte, die bereits im 18. Jahrhundert entdeckt wurde und seitdem archäologisch erforscht wird, gehört heute zum Archäologischen Park, in dem verschiedene Monumente zu besichtigen sind.
Das 43 n. Chr. erbaute und Kaiser Claudius gewidmete Theater mit seinen steinernen Gewölben wurde aus Backstein errichtet.
Es folgt ganz dem klassischen Entwurf, den die Römer dieser Art Bauwerken zugrunde legten: Zuschauerraum, halbkreisförmige Orchestra und Bühne.
Zur Theatersaison im Sommer finden in dem stabilen und gut erhaltenen Bau zahlreiche interessante Aufführungen statt.
Unweit von hier befinden sich die Überreste eines Amphitheaters mit ellipsenförmigem Grundriss, das im 1. Jahrhundert erbaut wurde und über 5000 Sitzplätze verfügt.
Zu den archäologischen Zeugnissen aus römischer Zeit zählen außerdem der noch in Betrieb befindliche Brunnen, die “Bagni della Regina” mit ihrem trapezförmigen Grundriss, die als Wasserspeicher des Aquädukts dienten, sowie die Ruinen der Thermen.
Das Städtische Archäologische Museum beherbergt wichtige archäologische Funde aus den verschiedenen Ausgrabungen.

Der Archäologische Park von Cupra Marittima
Die städtische Ansiedlung der Römerzeit lag in der Ortschaft Civita, auf einem kleinen Hügel des Menocchia-Tals ganz in der Nähe der modernen Siedlung.
Sie war zunächst Verwaltungsbezirk und späterColonia Augusta, die der Tribus Velina zugeordnet war, und verdankte ihre Bedeutung der Tatsache, dass sie über einen natürlichen Hafen verfügte.
Das Gebiet des ager cuprensis gehörte nach der Einteilung des Augustus zur Quinta Regio (dem Piceno) und war bekannt für seine hochwertigen landwirtschaftlichen Produkte.
Der Park birgt zahllose Zeugnisse römischer Kultur.
So sind hier etwa die Ruinen des Forums sowie das Podium des augusteischen Kapitols mit einer Freitreppe und zwei aus jüngerer Zeit stammenden Bögen aus Backstein gefunden worden.
Vor den Toren der römischen Stadt, entlang der Statale Adriatica, hat man Gelegenheit, die Ruinen einer Vorstadtvilla am Meer mit einem freskengeschmückten Nymphäum aus dem 2. bis 3. Jahrhundert zu bewundern.
Antike Quellen, wie zum Beispiel StrabonsGeographie, belegen die Existenz eines der Göttin Cupra geweihten Heiligtums in der Region von Cupra Marittima.
Es wurde von den Tyrrhenern erbaut, die Hera den Namen Cupra geben.
So geht denn auch der Ortsname auf diese Kultstätte zurück, zumal die Göttin Cupra von den Picenern besonders verehrt wurde.
Im Archäologischen Museum sind Fundstücke aus der Zeit der Picener und aus der Römerzeit ausgestellt, die bei älteren und jüngeren Ausgrabungen gefunden wurden und die Rückschlüsse auf das Alltagsleben und den Charakter der Einwohner von Cupra erlauben.

Das hellenistische Heiligtum Monte Rinaldo
Im Viertel La Cuma, in der Gemeinde Monte Rinaldo, wurde inmitten der charakteristischen Landschaft des Piceno mit ihren bebauten und mit Feldeichen bestandenen Hügeln
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in den 1960er Jahren ein Heiligtum im hellenistischen Stil entdeckt, das in der Spätzeit der Römischen Republik, im 2. bis 1. Jahrhundert v. Chr., von den Römern erbaut wurde.
1957 wurde mit der archäologischen Erforschung der Ausgrabungsstätte begonnen, die bis heute noch nicht abgeschlossen ist.
So hat man auch bisher noch nicht herausgefunden, welcher Gottheit der Tempel geweiht war und zu welcher Stadt er gehörte, auch wenn einige Forscher ihn mit Novana in Verbindung bringen, der geheimnisvollen Stadt, die bei Plinius dem Älteren erwähnt wird und deren genaue Lage immer noch unbekannt ist.
Der Bau war terrassenförmig angelegt, mit einem Portikus, dessen höherer Teil als effektvolle Hintergrundkulisse diente.
Um den Tempel herum wurden villae rusticaeerrichtet, noch im Hochmittelalter bewohnte Landhäuser, die noch nicht ausgegraben wurden.
Zu der Anlage gehören ein 66 m langer Bogengang, ein Tempel und ein rechteckiges Gebäude.
Der Laubengang besteht aus einer Mauer aus Sandsteinblöcken und zwei parallel verlaufenden Säulenreihen, ebenfalls aus Sandstein: die höheren zentralen Säulen sind im ionischen Stil, die niedrigeren äußeren im dorischen Stil gehalten.
Südlich davon befinden sich die Überreste eines Tempels mit drei Cellae, dessen Fassade Säulen im toskanischen Stil aufweist.
Es finden sich Spuren eines Brandes, der möglicherweise auf die blutigen Ereignisse des Bundesgenossenkrieges zurückgeht.
Ähnlich wie in anderen Kultstätten des italisch-etruskischen Raumes waren der Laubengang und der Tempel mit Terrakottaelementen bedeckt, die nicht nur dazu dienten, das hölzerne Gebälk der Bauten zu schützen, sondern auch eine dekorative Funktion hatten.
Von den Skulpturen des Frontons sind zahlreiche Frauen- und Knabenköpfe sowie Teile von Tonstatuen gefunden worden.
Die Forscher sind sich einig über die große Bedeutung der Anlage, auch angesichts ihrer beachtlichen Größe, und vermuten einhellig, dass sie wegen der Erdrutschgefahr in dieser Gegend verlassen wurde.
Für die in der Region verstreute einheimische Bevölkerung war der Ort höchstwahrscheinlich ein zentraler Anlaufpunkt.
Die Kultstätte wurde in der Nähe einer Quelle errichtet: Ein zwischen dem Tempel und dem Bogengang angelegter Brunnen und die Überreste einer Kanalisation legen die Vermutung nahe, dass das Heiligtum einem Wasserkult diente, denn …das Wasser bildet allem Anschein nach das charakteristische Naturelement dieser heiligen Stätte.
Mit dem Wasser sind nämlich die für die mittelitalische Region typischen Heilungsrituale der sanatio verbunden, die auch an der Adriaküste nachgewiesen werden konnten.
In Monte Rinaldo weisen Funde von Votivfiguren aus Terrakotta darauf hin, dass hier solche Riten stattfanden.
Zu den gefundenen Exvoten aus dem 3. bis 1. Jahrhundert v. Chr. zählen außer anatomischen Votiven (Händen und Füßen) auch Köpfe, bekleidete Statuetten und Rinderfiguren.
Die Funde von Exvoten zeugen von einer tief verwurzelten, frommen Volksgläubigkeit, die nie ganz verschwunden ist und der man noch heute in dieser Region begegnet.