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Weinwege Passerina

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Die Passerina-Route, die durch die DOC-Region Offida im Piceno führt, ist 35 km lang.

Von Grottammare aus geht es nach Ripatransone, einer der wichtigsten Weingegenden der Region mit einer beachtlichen Anzahl von Weinkellern, die darüber hinaus auch durch ihre atemberaubenden Aussichten besticht – von hier aus hat man einen herrlichen Blick bis zum Monte Conero.
Über Cossignano, Offida und Acquaviva Picena, das Herz der Weinbauregion der Provinz, führt der Weg schließlich wieder hinab zum Meer, bis nach San Benedetto del Tronto.

Die alte Rebsorte Passerina ist möglicherweise verwandt mit dem Trebbiano Toscano, mit größerer Wahrscheinlichkeit aber eine Mutation der Rebe Biancame, die in den Hügeln der Provinz Pesaro, im Hinterland von Fano, in großen Mengen angebaut wird.
Charakteristisch sind ihre mittleren, beinahe lockerbeerigen, also nur spärlich mit Beeren bestückten Trauben, die sich nur langsam mit Zucker anreichern, wobei der Säureabbau bis zur traditionellen Zeit der Weinlese – die häufig in die erste Oktoberhälfte fällt – nicht in gleichem Maße stattfindet.
Es handelt sich also um eine Rebsorte mit hohem Säuregehalt.
Ähnlich wie andere Rebsorten derselben Familie verdankt der von der Adriaküste stammende, sehr alte Passerina seinen Namen der kleinen Form seiner Beeren.
Heute hat er beinahe in ganz Mittelitalien Verbreitung gefunden.
Besonders präsent ist er in der Ciociaria im südlichen Latium, in den Abruzzen und in der Provinz Ascoli Piceno.
Dank seiner Anbaueigenschaften und sensorischen Charakteristika eignet er sich zur Erzeugung von Weinen von ganz unterschiedlichem Charakter.
Wenn er als trockener Weißwein vinifiziert wird, ist er in der Regel von strohgelber Farbe mit ausgeprägtem grünlichem Schimmer, gepaart mit fruchtigen, blumigen, würzigen und zitrusfruchtigen Aromen und einem angenehm säuerlichen Geschmack, der seinen schlanken und dynamischen Körper betont – kurz, ein frischer Weißwein mit ausgeprägter Persönlichkeit.
Doch der hohe Säuregehalt der Rebsorte und seine Resistenz gegen Krankheiten und Witterungseinflüsse gestatten auch die Erzeugung von interessanten, vollmundigen Qualitätsschaumweinen nach der Mèthode Charmat – wenn der Zeitpunkt der Weinlese leicht vorgezogen wird – und vor allem von ausgezeichneten Passito- und Vinsanto-Weinen.
Den berühmten Dessertwein Vinsanto bringen Weinliebhaber sofort mit den Weinbauregionen in Umbrien und besonders in der Toskana in Verbindung, doch auch in der Provinz Ascoli Piceno hat er eine lange Tradition.
Er wird vor allem in der Gegend von Ripatransone angebaut, ohnehin eine der bekanntesten Weinbauregionen der Provinz.
Der Name Vinsanto (“heiliger Wein”) weist darauf hin, dass er ursprünglich als Messwein verwendet wurde, auch wegen seiner sehr guten Haltbarkeit.
Zu seiner Gewinnung werden die Trauben für gewöhnlich früh gepflückt und auf Rosten zum Trocknen ausgebreitet.
Von der Dauer der Rosinierung hängt der Zuckergehalt der Trauben ab: Je höher dieser ist, desto lieblicher schmeckt später der Wein.
Die Weinfässer werden in der Regel versiegelt und – abweichend von der üblichen Praxis – in Räumen gelagert, wo sie großen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, was dem Wein seine typisch kräftige, oxidierte Note verleiht.
Bei der Messung des Zuckergehalts in den Trauben vor dem Keltern gewinnt der Önologe eine ungefähre Vorstellung von den Eigenschaften des Weins.
Das Endergebnis kann aber durch die Effizienz oder Trägheit der Hefekulturen, den Säuregehalt und den Alterungsprozess beim Ausbau im Fass noch beeinflusst werden.
Für den Vinsanto Ascolano werden, wie bereits erwähnt, ausschließlich Passerina-Trauben verwendet, die nicht mit anderen Rebsorten verschnitten werden dürfen.
Bei der Auswahl der für die Vinifikation geeigneten Trauben gelten sehr strenge Qualitätskriterien.
Nach der Lese findet eine natürliche Rosinierung auf speziellen Rosten statt, um die Trauben zu trocknen und ihren Zuckergehalt zu erhöhen.
Im traditionellen Erzeugergebiet des Vinsanto dauert die Rosinierung bis zum 17.
Januar, dem Gedenktag des Heiligen Antonio.
Danach wird der Wein gekeltert und gepresst, und der gewonnene Most wird in das “erste Fass” gefüllt, also das Fass, in dem sich die Heferückstände der Weine aus früheren Jahrgängen befinden, in Italien “Madre” genannt.
Die “Madre” wird für die alkoholische Gärung benötigt, nach der der Vinsanto ein Jahr lang in den Becken gelagert wird, in denen die Gärung stattgefunden hat.
Nach alter Tradition wird der Wein im zweiten Jahr zur Reifung in Eichenholzfässer gefüllt und weitere zwei Jahre ausgebaut, damit er oxidiert – was bei dieser Art Wein ein Qualitätsmerkmal ist.
Anschließend wird der Wein in Flaschen abgefüllt und reift mit Beginn des vierten Jahres in der Flasche weiter.
Der Vinsanto aus Ripatransone zeichnet sich wie alle Vinsanto-Weine aus den Weinbauregionen der Provinz Ascoli Piceno gemeinhin durch einen relativ hohen Alkoholgehalt aus – in der Regel mehr als 16% – und seine lange Alterungszeit im Holzfass verleiht ihm eine beachtliche Komplexität.
Der Geruch eines guten Vinsanto aus Ripatransone schmeichelt der Nase mit Anklängen an Trockenobst, Zabaione, Pflaumenmarmelade, Crème Caramel, Vanille und Schokolade und orientalische Gewürze.
Der Geschmack hingegen ist weniger vorhersehbar und hängt vom Zuckergehalt des Weines, aber auch vom Grad der Oxidation und vom Säuregehalt ab.
Doch ein ausgewogener Vinsanto kann sehr lange gelagert werden, manche sogar über 20 Jahre.
Eine sehr wandlungsfähige Rebsorte also, die für viele Typologien verwendet werden kann.
So reichen ihre Einsatzmöglichkeiten bei Tisch von Antipasti aus Fisch und Wurstwaren (Spumante), über gebratene und frittierte Gerichte (Stillwein) bis hin zu Süßspeisen und Dörrobst (Vinsanto).