INTERNAZIONALIZZAZIONE - CAMERA DI COMMERCIO DI ASCOLI PICENO

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Weinwege Pecorino

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Ausgangspunkt dieser 89 km langen Tour ist das Küstenstädtchen Pedaso.
Von hier aus geht es landeinwärts über die drei pittoresken Ortschaften Montefiore dell’Aso, Carassai und Montalto Marche.
Über Castignano, eine der Gemeinden, in denen dank der hohen Lagen ihrer Weinberge, die starken thermischen Einflüssen ausgesetzt sind, besonders günstige Bedingungen für die Pecorino-Erzeugung herrschen, führt der Weg bis in die Hauptstadt des Weinbaus im Piceno, das malerische Städtchen Offida.
Diese Rebsorte aus der gleichnamigen DOC-Region Offida, deren etwas seltsam anmutender Name vom Italienischen “pecora” (Schaf) abgeleitet ist – sie wird auch als Pecorina oderUva delle Pecore bezeichnet – ist von alters her in den Marken beheimatet.
Wie aus dem Ampelographischen Bulletin des Jahres 1875 hervorgeht, wurde sie vor allem entlang der Gebirgswege der Sibillinischen Berge angebaut, wo sie noch heute liebevollVissanello genannt wird: Einst wurde sie nämlich in den Hügeln rund um die hübsche Ortschaft Visso angebaut.
Charakteristisch sind ihre sehr hellen Beeren, ihre mittelgroßen Blätter mit wenigen Lappen und ihre mittelgroßen, länglichen Trauben von zylindrischer, oft ungeflügelter Form mit kleinen, rundlichen Beeren.
Die Rebe ist in ein paar Landstrichen Umbriens, an einigen Punkten des Latium sowie beinahe im gesamten Weinbaugebiet der Abruzzen verbreitet, doch vor allem findet sie heute in der Gegend um Ascoli großen Anklang.
Der Name der Rebsorte hat eine geheimnisumwitterte Geschichte.
Es gibt zahllose Theorien, doch die glaubwürdigste von ihnen, die zudem beweist, dass die Rebe ursprünglich in dieser Region beheimatet ist, bringt den Weinbau mit einer anderen alten Tradition des Piceno in Verbindung, nämlich der Schafzucht.
In der Regel wurden die Schafe von der ersten Septemberhälfte an auf alten Pfaden zum Weiden geführt, die auf der nackten oder mit Gras bewachsenen Erde angelegt waren, zwischen Wäldern und bebauten Feldern.
Die Pecorino-Trauben, die früher als andere im Piceno beheimateten Sorten reiften, waren sehr schmackhaft für die Schafe, so dass die Hirten sie nur mit Mühe davon abhalten konnten, sich an ihnen gütlich zu tun.
Doch es sollte noch einige Zeit dauern, bis der Wein allgemeine Bekanntheit erreichte.
In den 1970er Jahren und in den ersten Jahren des folgenden Jahrzehnts erlebte die gesamte Weinbaukultur Italiens einen qualitativen Rückschritt.
Es war also eine ungünstige Zeit für den italienischen Weinbau, der nun ganz auf Quantität ausgerichtet war, so dass viele edle Rebsorten – zu denen der Pecorino ohne weiteres zu rechnen ist – ein Schattendasein führten.
Der Pecorino machte da wie gesagt keine Ausnahme, er geriet im Gegenteil stärker als viele andere hochwertige Reben in Vergessenheit.
Dies änderte sich erst, als ein Glas des unverschnitten vinifizierten Weines durch Zufall die Aufmerksamkeit des großen Teodoro Bugari erregte.
Der kräftige, vibrierende Charakter des Rebensaftes schmeichelte Gaumen und Nase des Sommeliers aus San Benedetto del Tronto, und er beschloss, den Wein einiger Erzeuger der Weinbauregion testen zu lassen.
Dies geschah Ende der 1980er Jahre, und die unverschnittene Verarbeitung der Rebsorte war eines der deutlichsten Anzeichen für den neuen Kurs, der in der Weinerzeugung der Provinz eingeschlagen worden war.
Seitdem ist viel Wasser die Gebirgsbäche hinabgeflossen (oder vielmehr, es ist viel Wein in die Gläser geflossen), und heute wird der Pecorino allgemein als Trumpfkarte unter den Weißweinen aus der Provinz Ascoli Piceno betrachtet.
So wurde ihm sogar mit der DOC-Region Offida eine eigenes DOC-Gebiet gewidmet, das die Herkunftsbezeichnung “Offida Pecorino” trägt.
Aber auch im IGT-Gebiet “Marche Pecorino” (Gebiet mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung) werden sehr gute Tropfen erzeugt.
Ob in Stahltanks oder in Holzfässern ausgebaut, ob daraus junge Weine oder anspruchsvolle Weiße mit langer Alterungszeit gewonnen werden, in jedem Fall handelt es sich um eine Rebe der Spitzenklasse, aus der Weine mit einzigartiger Persönlichkeit hervorgehen.
Ihre charakteristischen Merkmale sind ein ausgeprägter Körper, der dennoch nie die frische Note des Weines überdeckt, und ein kräftiger Duft mit Anklängen an Jasmin, Zimt und Harz.
Auch die Kombinationsmöglichkeiten dieses Weines sind außergewöhnlich: Dank seiner ausgeprägten Struktur kann er nicht nur zu Fisch, sondern auch zu “weißem Fleisch” wie Huhn, Kalb oder Truthahn gereicht werden.
Zudem passt er ausgezeichnet zu den regionalen Spezialitäten der Provinz, wie z. B. den köstlichen Oliven nach Ascolaner Art oder der frischen Ciabuscolo-Salami.