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Feen und Zauberer

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Die 45 km lange Strecke führt durch den Nationalpark Monti Sibillini, von Amandola aus über die Ortschaften Montefortino, Montemonaco und Montegallo bis nach Arquata del Tronto, das sich am Fuße der beeindruckenden Kalkfelswände des Vettore, des höchsten Gipfels der Marken, erstreckt.
Bereits in mittelalterlichen Quellen verband man die Sibillinischen Berge mit Legenden und geheimnisvollen Erscheinungen.
Schon die Namensgebung der Ortschaften in den Monti Sibillini ist gelinde gesagt beunruhigend: Man begegnet hier seltsamen, furchteinflößenden Ortsnamen wie Pizzo del Diavolo (etwa: “Teufelsspitze”), Passo Cattivo (“Pass des Bösen”) oder l’Infernaccio (“die Hölle”).
Im 19. Jahrhundert beschrieb Giacomo Leopardi in seinem Gedicht Erinnerungen die Sibillinischen Berge als die blauen Berge… neue Welten.
Diese poetischen Worte fangen die geheimnisvolle Atmosphäre der Gebirgskette ein, mit ihren verschieden hohen Gipfeln, die die Ferne in blassblaue Farben taucht.
In den Dörfern und Landschaften dieser Berge scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: Die Ortschaften der Monti Sibillini sind das ganze Jahr über eine Reise wert, denn zu jeder Jahreszeit erstrahlt die zeitlose Landschaft in immer neuen Farben.

Die Figur, die diesem Landstrich ihren Namen gab, ist ein Sagenwesen, nämlich die geheimnisvolle Seherin Sibilla, die in einer Grotte auf einem nach ihr benannten kahlen Felsen gelebt haben soll.
Im Mittelalter wurde diese Legende überlagert von der Geschichte eines fahrenden Ritters, dem “Guerin Meschino”, auf der Suche nach der eigenen Identität.
Der Erzählung nach gab es in der Grotte einen schmalen Durchgang, der zu zwei gewaltigen Metalltoren führte, die bedrohlich auf und zu schlugen: Dies war der Eingang zum Reich der Sibilla, einer Fee und Zauberin für die einen, einer dämonischen Kreatur für die anderen.
Viele haben seither versucht, dieses Tor zu finden, das sich schon seit langer Zeit wieder geschlossen hat.
Geblieben ist der magische Zauber dieses Landstrichs, und der Besucher hat die Möglichkeit, diese geheimnisvolle Legende in Montemonaco, Sitz des Museums der Grotte der Sibilla, noch einmal lebendig werden zu lassen.
Eine ähnlich zeitlose Atmosphäre bietet sich dem Wanderer, der über den Pass Forca di Presta in Arquata del Tronto zu dem auf 1940 Metern Höhe gelegenen Lago di Pilato hinaufsteigt.
In diesem See soll einer fantastischen Überlieferung nach der Leichnam des Pontius Pilatus versenkt worden sein, nachdem dieser von wild gewordenen Büffeln zu Tode geschleift worden war.
Im Mittelalter sollen die Zauberer hier hinaufgestiegen sein, um ihre Zauberfibel zu weihen, und sollen dabei einen Pakt mit diabolischen Mächten geschlossen haben.

Amandola ist ein zauberhafter kleiner Ort, der seinen Namen einer poetischen Legende verdankt.
Phyllis, die Tochter von Lykurg, dem König von Sparta, hatte einen Krieger geheiratet, der in den Trojanischen Krieg gezogen war.
Als der Geliebte nicht zurückkehrte, ergriff das junge Mädchen verzweifelt die Flucht.
In Castel Leone nahm sie sich das Leben und verwandelte sich in einen gewaltigen, aber kahlen Mandelbaum.
Da nun der junge Ehemann aus dem Krieg zurückkehrte und Phyllis zu Hause nicht auf ihn wartete, suchte er sie überall, bis er auf die Anhöhe von Castel Leone gelangte.
Dort sah er den Mandelbaum, und da er ahnte, was vorgefallen war, umarmte er den Baum, der sich wie von Zauberhand mit Blättern und Knospen bedeckte.
Dieser Mandelbaum war es, der dem Gebirgsort seinen Namen gab.
Amandola, das Eingangstor zum Nationalpark Monti Sibillini, birgt zahlreiche Zeugnisse der historischen Ereignisse, die die in seinen Mauern stattgefunden haben.
Picener, Römer und Langobarden haben hier ihre Spuren hinterlassen, aber vor allem die Benediktinermönche und die Siedler von Farfa haben der Ortschaft im Mittelalter ihren Stempel aufgedrückt.
Im historischen Ortskern ist noch heute die mittelalterliche Prägung zu erkennen: Ihn schmücken prachtvolle Paläste verschiedener Epochen, darunter der Palazzo del Popolo, der heute ein Benediktinerkloster beherbergt, und das städtische Theater “La Fenice”, wo das bedeutende Internationale Theaterfestival stattfindet.
An der Piazza Risorgimento liegt der Stadtpalast mit seinem Laubengang aus dem 19. Jahrhundert; daneben führt eine Freitreppe hinunter zur Kirche Sant’Agostino mit ihrem Kreuzgang und einem prächtigen Portal aus dem 16. Jahrhundert.
In der Umgebung der Stadt liegt die historische Abtei der Heiligen Rufino und Vitale, die im 6. Jahrhundert auf einem früheren römischen Bau errichtet wurde und über eine sehenswerte Krypta und schöne Freskenmalereien verfügt.
Ein lohnender Ausflug führt über Castel Manardo hinauf zum Pizzo Tre Vescovi.
Der Name des Berges erinnert an die Zeit der freien Gemeinden und an die Auseinandersetzung zwischen Gaidulfo, dem Bischof von Fermo, und dem Grafen Mainardo.
Letzterer war ein Abkömmling eines der alten langobardischen Grafengeschlechter, die die Bildung von freien Gemeinden verhindern wollten, während der Bischof die neu entstehenden Gemeinden förderte und verteidigte.
Seiner Initiative ist die Gründung Amandolas und anderer Gemeinden der Umgebung zu verdanken.
Am Fuße des Castel Manardo liegt in herrlicher Umgebung die bei Pilgerreisenden sehr beliebte Wallfahrtskirche der Madonna dell’Ambro, die im 17. Jahrhundert an der Stelle eines älteren Bauwerks neu errichtet wurde.
Der Überlieferung nach erschien hier die Heilige Jungfrau einem stummen Hirtenmädchen, das daraufhin ihre Stimme wiederfand.


sentieri_3Hinter Amandola erstreckt sich die weite, sagenumwobene Landschaft der Sibillinischen Berge, seit jeher Schauplatz zahlreicher Legenden von Magiern und Sibyllen.
Die nächste Etappe heißt Montefortino, eine der landschaftlich interessantesten Ortschaften mit herrlicher Natur, die in der Sommersaison bei Touristen sehr beliebt ist.
Montefortino ist Ausgangspunkt abwechslungsreicher Wanderungen durch den Naturpark; besonders empfehlenswert ist etwa der Wanderweg zur Gebirgsschlucht Gola dell’Infernaccio und zur Einsiedelei San Leonardo.
In der Ortschaft sind Kleinodien wie die hübschen Kirchen oder der bemerkenswerte Palazzo Leopardi zu entdecken, der die Gemäldegalerie “Duranti” beherbergt.
Besonderen historischen und architektonischen Wert besitzt die Kirche Sant’Angelo in Montespino, eines der ersten “Bollwerke” der Mönche aus Farfa in den Bergen des Piceno.
Sie ist ein weiteres bedeutendes Zeugnis der Vergangenheit in einer Region, in der einige der schönsten romanischen Abteien der Marken angesiedelt sind.
Im März finden in Montefortino wichtige kulinarische Veranstaltungen statt, wie das Festival des edlen Schwarztrüffels aus den Monti Sibillini oder die Sagra delle Cucciole (das Schneckenfest).

Das nächste Ziel der Tour ist Montemonaco, eine der höchstgelegenen Gemeinden der Provinz Ascoli Piceno.
Der alte Name der Ortschaft war Mons Daemoniacus, in Anspielung auf die heidnischen Rituale, die in der Grotte der Sibilla und am Lago di Pilato abgehalten wurden.
Im Hochmittelalter kamen dann die Benediktinermönche aus Farfa in den Ort, die den lokalen Aktivitäten und der Bewirtschaftung des Territoriums neuen Auftrieb gaben.
Es bildeten sich die ersten landwirtschaftlichen Ansiedlungen, und die Ordensbrüder überließen den Bauern ihre Ländereien zur Bewirtschaftung.
So entstanden die ersten Halbpachtverträge, eine neue Form der Bodenbewirtschaftung, deren Ursprung auf die Mönche aus Farfa zurückgeht.
Bereits im 10. Jahrhundert war Montemonaco eines der wichtigsten Zentren in den Bergen des Piceno.
Später schlossen sich die kleinen Feudalherren der verschiedenen Ortschaften zu freien Gemeinde zusammen und erkoren einen Ort zu ihrer Hauptstadt, der leicht zu verteidigen war.
Zu Ehren der hier ansässigen Benediktinermönche, deren Orden nach dem Heiligen Benedetto von Norcia benannt war, tauften sie den Ort Monte del Monaco.
Zur Verteidigung umgaben sie ihn mit massiven Schutzmauern, die heute noch erhalten sind.
Die weitere Geschichte der Ortschaft gleicht der vieler anderer Zentren im Königreich Italien.

Montegallo lautet der “moderne” Name des historischen Mons Sanctae Mariae in Gallo.
Diese recht untypische Gebirgsgemeinde, die aus mehreren unabhängigen Siedlungen besteht und inmitten einer alpin anmutenden Landschaft aus Tälern und Wäldern gelegen
sentieri_2 ist, bietet in ihren verschiedenen Ortsteilen lohnende Sehenswürdigkeiten: historische Paläste, Turmhäuser, Portale und Fenster aus behauenem Stein aus dem 15. bis 16. Jahrhundert und die herrliche Kirche Santa Maria in Lapide.

Auf einer Panoramastraße gelangt man nachArquata del Tronto.
Die Gemeinde gehört zum Territorium zweier Nationalparks und liegt in einer landschaftlich besonders reizvollen Region mit unberührter Natur.
An das Gebiet Arquata grenzen einige Regionen, die einzigartige Naturschönheiten zu bieten haben: der Lago di Pilato, die Ebenen von Castelluccio, die Sümpfe von Forca Canapine und das Naturschutzreservat des Lago Secco.
In Arquata und seinen Ortsteilen sind bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten ein- und ausgegangen, doch seine Geschichte ist zu allen Zeiten vom einfachen Volk geschrieben worden.
Dieses hat für das komplexe Geflecht von Ereignissen gesorgt, das das besondere Flair des Ortes ausmacht.
Die Zeugnisse von Kunst und Architektur, die überall im Ortsgebiet anzutreffen sind, und die imposanten Bauwerke, die aus den Nebeln der Zeit aufzutauchen scheinen, helfen die bewegten Zeitläufte besser zu verstehen und zeugen von der lebendigen Kultur dieser Region.
Von der Festung von Arquata aus, die in strategisch günstiger Position auf einer Anhöhe nördlich der Wohnsiedlung erbaut war, konnte man die Salzstraße und den Zugang zum Galluccio-Pass überwachen.
Dies war nämlich der einzige Verbindungsweg in das Gebiet von Montegallo und zugleich die Durchgangsstraße nach Norcia.
Der Volksmund bringt die Festung mit der Königin Giovanna in Verbindung, die sie wieder aufgebaut haben soll, als Arquata das einzige Bollwerk der Grenzregion des Königreichs Neapel war.
Der Sage nach lockte die Königin die Hirten der Region in ihr Zimmer hoch oben im höchsten Turm der Festung, indem sie ihnen eine Liebesnacht versprach.
Von der Qualität ihrer Liebesdienste hing allerdings das Leben der armen Hirten ab: Wenn die Königin nicht zufrieden war, ließ sie den Unglückseligen am Turm aufhängen.
Bemerkenswert ist auch das hölzerne Kruzifix aus dem 13. Jahrhundert, die älteste Heiligenfigur aus Holz, die es in den Marken gibt.
Es ist zwar ein Symbol des Friedens, wird aber mit kriegerischen Handlungen zwischen den Bewohnern von Arquata und von Ascoli Piceno in Verbindung gebracht.
Ebenso ist die Kopie des Grabtuches Christi aus dem 17. Jahrhundert im Ortsteil Borgo einen Besuch wert, das Leinentuch, in das der Leichnam Christi eingehüllt gewesen sein soll.
Nur wenige Kilometer trennen den historischen Ortskern von einer der bedeutendsten Handelsstraßen der Antike, der Via Salaria.